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Alles klasse Hörerlebnisse!

Hörspiele und Hörbücher

Auf dieser Seite sind nur gute und empfehlenswerte Hörspiele zu finden. ~~CL~~ 

Die kleine Hexe

Cover "Kleine Hexe"

  • Länge: 1 Stunden, 58 Minuten
  • Sprecher: Heike Makatsch
  • Altersgruppe: ab 5 Jahren
  • Verlag: Der Audio Verlag
  • Kategorie: Hörbuch
  • Preis: ca. 15 EUR
  • Unsere Empfehlung: Empfehlenswert

Heike Makatsch liest den Klassiker von Preußler erstaunlich professionell und mit großem Spaß an der Sache - das kommt auch bei kleinen Hörern gut rüber. Die Geschichten spielen in der Realität und nicht in einer heilen Rosaprinzessinnenfeen-Welt, hier geschieht Unrecht, mitunter mit körperlicher und psychischer Gewalt verbunden.

Zwar verfügt die kleine Hexe über besondere Fähigkeiten, doch sind diese nicht „geschenkt“, sondern mühsam erworben. Sie muss ihren eigenen Weg finden, sich mit Autoritäten auseinandersetzen und hat mit Abraxas einen kritischen Freund. Die kleine Hexe ist somit eine gute Identifikationsfigur.

Dass Hexen im Allgemeinen nicht besonders gut wegkommen, sondern die christliche Sichtweise Grundlage ist, muss erklärt werden. Die „Gute Hexe - Böse Hexe“-Problematik ist etwas sehr schlicht, das Ende kommt mit einer Holzhammer-Lösung daher und hinterlässt einen unangenehmen Nachgeschmack, zumindest bei Erwachsenen.

Unschön sind zudem ein paar wenige - und vor allem vermeidbare - sprachliche Schlampigkeiten: „es fiel ihm ein Stein von der Rabenseele“ - vom Raben-Herzen hätte vielleicht auch gereicht1), „Gott bewahre“ sagt der Krämer, „lammfromme“ Besen, „seelenruhig“, „Christbaumkerze“, „um Gottes Willen“, „Ostern“.

Pu der Bär

Cover "Puh der Bär"

  • Länge: 6 Stunden, 16 Minuten
  • Sprecher: Harry Rowohlt
  • Altersgruppe: ab 4 Jahren
  • Verlag: Kein & Aber Records
  • Kategorie: Hörbuch
  • Preis: „Geburtstagsbox“ kostet 15 - 20 EUR
  • Unsere Empfehlung: Unbedingt kaufen!

Harry Rowohlt gelingt es, die unaufgeregten und auch für ganz Kleine tauglichen Geschichten kongenial vorzutragen. Puh brummt, Ferkel ist aufgeregt, Kaninchen ist zackig, Tiger ungestüm und wild, Eule oberlehrerhaft spröde und eingebildet, einzig I-Ah kommt etwas sehr „soßig“ rüber. Die Geschichten sind nicht zu lang und nicht sonderlich kompliziert und besitzen keine „Angststellen“: Es geschehen Unfälle und auch Katastrophen, aber selbst der angeblich so beschränkte Puh findet immer einen Weg mit diesen Situationen selbst klarzukommen. Puh ist ein Held ohne Super-Fähigkeiten, ohne Reichtümer, ohne große Talente - und deswegen so sympatisch.

Zu bemängeln gibt es eigentlich nur, dass man keine Chance hat, das Buch selbst vorzulesen - Rowohlt macht das so gut, dass man seine Grenzen als VorleserIn klar erkennen muss.

Die Geschichten enthalten keine christlichen oder sonstwie religiösen Verunreinigungen2).

Der kleine Wassermann

  • Länge: 1 Stunden, 52 Minuten
  • Sprecher/innen: Laura Maire, Johanna Burg, Heinrich Schafmeister, Wolfgang Hess u.a.
  • Altersgruppe: ab 5 Jahren
  • Verlag: Der Audio Verlag
  • Kategorie: Hörspiel
  • Preis: ca. 13 EUR
  • Unsere Empfehlung: Empfehlenswert

Sowohl das Buch als auch ältere Hörspiel-Bearbeitungen sind uns sehr viel gruseliger in Erinnerung geblieben. Daher haben wir die Neubearbeitung kritisch verfolgt. Die Version ist sehr kindgerecht geraten. Trotz der Begegnung mit dem unheimlichen Neunauge oder der gefährlichen Rutschpartie über das Mühlenrad kommt der kleine Wassermann sehr viel verspielter daher, die Atmosphäre ist selten unheimlich, sein Lebensraum nur in einem lehrreichen Maße bedrohlich.

Der kleine Wassermann ist neugierig, mutig, aufgeschlossen. Der Vater gibt gute Ratschläge, aber letztlich muss der Spross seine Welt selbst erkunden, alles ausprobieren. Kinder können sich mit dem kleinen Entdecker gut identifizieren. Zunächst lernt der kleine Wassermann die Fische kennen, mit denen er seine Unterwasserwelt teilt. Da gibt es nette (insbesondere seinen Freund, den Karpfen Cyprinus) und weniger nette (das Neunauge) oder andere Unterwassergefahren wie die Schlingpflanzen.

Nachdem er den Mühlenweiher erkundet hat, zieht es ihn an Land. Das ist zwar nicht sein eigentliches Element, aber er kann sich durchaus einige Zeit außerhalb des Wassers aufhalten. Und diese „andere“ Welt übt eine große Anziehungskraft auf ihn aus. Neugierig und vorurteilsfrei, wie er ist, lernt er dort - wider die Warnungen seiner Eltern - die Menschen kennen. Auch mit einigen von ihnen freundet er sich an. Aber immer wird ihm bewusst gemacht, dass er nicht in ihre Welt gehört.

Man könnte meinen, sein Status von beiden Welten und doch von keiner ganz und gar zu sein, könnte ihn einsam machen. Tatsächlich vermittelt die Geschichte manchmal eine leichte Melancholie. Jedoch fühlt sich der kleine Wassermann völlig aufgehoben in der Natur, der beide Lebensräume angehören. So liebt er es, durch den Weiher zu schwimmen, das Wasser und seine eigenen Fähigkeiten auszuprobieren. Fast noch schöner sind die beiden Szenen, in denen er die Natur über Wasser erlebt. Zunächst lernt er den Regen kennen. Der Regen ist sanft und lustig und lebendig und man kann die Freude des kleinen Wassermanns nachfühlen, als er das Wasser so reichlich auch an Land findet. Ein anderes Mal geht er in einer Mondnacht mit seinem Vater an Land. Im Glanz des Mondlichts spielt der Vater Harfe. Der kleine Wassermann wird von dem silbrigen Licht und seinen Spiegelungen im Wasser verzaubert - und der Zuhörer gleich mit.

Einen ganzen Jahreskreis begleiten wir den kleinen Wassermann im Wasser und an Land. Der Wechsel der Jahreszeiten wird greifbar beschrieben. Die Eltern spielen dabei bis auf wenige Episoden eine untergeordnete Rolle. Der Vater erscheint sympathisch, manchmal auch sehr unbeholfen in seinen Erziehungsversuchen. Die Mutter hingegen ist klischeehaft umsorgende und übervorsichtig, gibt dem kleinen Wassermann aber den letzten Kuss, bevor er in den Winterschlaf fällt.

Der kleine Wassermann beobachtet die Menschen. Er beschreibt, was er sieht, nach seinem Verstehen und mit seinen Begriffen. Diese „Außensicht“ ist nicht nur für kleine Zuhörer unterhaltsam. Auch ein Kirchgang wird sehr unwissend erwähnt, ansonsten gibt es keinerlei Anspielungen auf religiöse Handlungen.

Insgesamt eine empfehlenswerte Hörversion des Klassikers.

1)
zumal Tiere nach christlicher Vorstellung keine Seele haben
2)
Anders als der völlig verhunzte Pseudo-Nachfolger „Rückkehr in den Hundertschzig-Morgen-Wald“ von David Benedictus.
buch/hoerspiele_und_hoerbuecher.txt · Zuletzt geändert: 2011/05/11 09:47 von hkolbe