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Biblische Familienwerte

Thematisch gibt's hier Überschneidungen mit dem Frauenbild der Bibel

FIXME …in Bearbeitung…

Inzest-Verbot?

Lot und seine Töchter

Lot floh mit seinen beiden Töchtern ins Gebirge und die sorgen sich um den Fortbestand ihrer Familie und sind proaktiv:

Da sprach die ältere zu der jüngeren: Unser Vater ist alt, und ist kein Mann mehr auf Erden der zu uns eingehen möge nach aller Welt Weise; so komm, laß uns unserm Vater Wein zu trinken geben und bei ihm schlafen, daß wir Samen von unserm Vater erhalten. Also gaben sie ihrem Vater Wein zu trinken in derselben Nacht. Und die erste ging hinein und legte sich zu ihrem Vater; und der ward's nicht gewahr, da sie sich legte noch da sie aufstand.

Des Morgens sprach die ältere zu der jüngeren: Siehe, ich habe gestern bei meinem Vater gelegen. Laß uns ihm diese Nacht auch Wein zu trinken geben, daß du hineingehst und legst dich zu ihm, daß wir Samen von unserm Vater erhalten. Also gaben sie ihrem Vater die Nacht auch Wein zu trinken. Und die jüngere machte sich auf und legte sich zu ihm; und er ward's nicht gewahr, da sie sich legte noch da sie aufstand.

Also wurden beide Töchter Lots schwanger von ihrem Vater.

1. Mose 19, 31-36

Und der Herr strafte sie … nicht. Warum auch?

Erklärung

Die Inzest-Kinder sind angeblich die Stammväter der Königreich Ammon und Moab - mit beiden hatte das Südreich Juda jahrhundertelang Konflikte, Kriege und Besatzungen, als dieser Text entstand (wird dem J-Text zugerechnet, zeitlich also ca. 970 bis 930 v.d.Z.).

Abraham und seine Frau und Schwester Sara

Abrahams Frau Sara ist so schön (auch noch im Alter von neunzig), dass er sich vor König Abimelech sie als seine Schwester ausgibt - den Trick hatte er zwanzig Jahre vorher schon mal beim Pharaoh durchgezogen. Aber Gott läßt seine Launen an Abimelech aus und als alles auffliegt, fragt er Abraham, warum er ihn so belogen hat, der grinst nur:

Auch ist sie wahrhaftig meine Schwester; denn sie ist meines Vaters Tochter, aber nicht meiner Mutter Tochter, und ist mein geworden. 1. Mose 20, 12

Aus dieser Inzest-Verbindung geht Isaak hervor, der mit der Enkelin von Abrahams Bruder dann Jakob in die Welt setzt, welcher wiederum mit seiner Cousine dann Josef zeugt. Das erklärt eine Menge!

Papas Konkubine

Zumindest technisch kein Inzest - trotzdem macht's Familientreffen etwas unangenehm.

Dort geschah es, dass Ruben mit Bilha, der Nebenfrau seines Vaters, schlief. 1. Mose 35, 22

Opas Schwester ist meine Mama

Auch Mose ist ein Inzestkind:

Amram heiratete Jochebed, die Schwester seines Vaters. Sie gebar ihm Aaron und Mose. 2. Mose 6, 20

Inzest-Verbot in der Priesterschrift

Lediglich in der Priesterschrift taucht ein Inzest-Verbot auf - der Rest der Bibel kennt dergleichen nicht.

Du sollst die Scham deiner Schwester, die deines Vaters oder deiner Mutter Tochter ist, daheim oder draußen geboren, nicht entblößen.

[…]

Du sollst die Scham der Schwester deines Vaters nicht entblößen, denn sie ist deines Vaters nächste Blutsverwandte.

[…]

Du sollst nicht zugleich die Scham eines Weibes und ihrer Tochter entblößen, noch ihres Sohnes Tochter oder ihrer Tochter Tochter nehmen, ihre Scham zu entblößen; denn sie ist ihre nächste Blutsverwandte; es wäre eine Schandtat.

[…]

Du sollst auch nicht ein Weib zu ihrer Schwester hinzunehmen, wodurch Eifersucht erregt würde, wenn du ihre Scham entblößtest, während jene noch lebt.

3. Mose 18, 9 / 12 / 17 / 18

Ohne Inzest kein Volk Israel
Die Erzväter Israels (Abrahm, Isaak und Jakob) begingen entweder selber Inzest oder entstammen aus Inzest-Verbindungen.
Die Ausführung der Gesetze des 3. Buch Mose hätten die biblische Geschichte der Israeliten bereits im ersten Buch Mose enden lassen.

Ein guter Vater tötet auch seinen Sohn für Gott

Der gläubige Abraham zögert nicht einen Moment, seinen einzigen Sohn zu schlachten, als ihm diese Stimme in seinem Kopf es befiehlt.

Und wie ein kaltblütiger Psychopath zeigt er keinerlei Empathie, sondern wiegt sein Opfer in Sicherheit:

Siehe, hier ist Feuer und Holz; wo ist aber das Schaf zum Brandopfer? Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird sich ersehen ein Schaf zum Brandopfer. Und gingen beide miteinander. 1. Mose 22, 7-8

Und will ihn schlachten:

Und als sie kamen an die Stätte, die ihm Gott gesagt hatte, baute Abraham daselbst einen Altar und legte das Holz darauf und band seinen Sohn Isaak, legte ihn auf den Altar oben auf das Holz und reckte seine Hand aus und faßte das Messer, daß er seinen Sohn schlachtete. 1. Mose 22, 9-10

Von anderen Gläubigen wird das gerne ausgelegt für den bedingungslosen Glauben Abrahams. Und da nicht wirklich was passiert, geraten auch die Apologeten hier ins Schwärmen für den bedingungslos Gott ergebenen Abraham. Toller Kerl! Also, wenn ich eine Stimme in meinem Kopf höre, dass ich mein Kind schlachten soll - ich weiß, wohin mein Messer geht.

Abraham kann auch anders

Leider hatte der selbe Abraham kein Problem Gott zu widersprechen - und zwar mehrfach, in der selben Sache. Er war geradezu hartnäckig. Worum es ging? Um die Sünder in Sodom!

aber Abraham blieb stehen vor dem HERRN und trat zu ihm und sprach: Willst du denn den Gerechten mit dem Gottlosen umbringen? 1. Mose 18, 22-23

Es geht noch weiter: Abraham schachtert mit Gott, um die Anzahl der „Gerechten“, die unter all den sündigen Mannern und Frauen in Sodom leben müssten, dass Gott Sodom und all die Sündigen verschone. 50, 45, 40, 30, 20 und dann auf 10 Gerechte handelt Abraham schließlich Gott herunter.

Der Mann, der ohne einen Augenblick zu zögern, seinen Sohn für Gott schlachten würde - Abraham - kämpft mit Nachdruck für eventuell vorhandene Gerechte in der Stadt der sündigen Männer und Frauen. Abraham hat ein unbestreitbares Interesse an den Sodomiten… hierzu siehe auch: Saturday Morning Breakfast Cereal

Tötet doch lieber meine Töchter!

Lot nötigt zwei Fremde, die lieber draußen bleiben wollten, in seinem Haus zu nächtigen. Desnächtens kommen seine Nachbarn vorbei und wollen die Fremden herausgegeben haben. Lot bittet, die Fremden zu verschonen und macht einen klugen Vorschlag:

Siehe, ich habe zwei Töchter, die haben noch keinen Mann erkannt, die will ich herausgeben unter euch, und tut mit ihnen, was euch gefällt1. Mose 19, 8

Als kluger Vater und frommer Mann Gottes weiß er, was das Beste ist. Feinster misogyner Untertanengeist wird hier kultiviert.

Darf man seinen Vater belügen?

Man sollte meinen, wenn Eltern-ehren und nicht-lügen zwei von zehn Geboten sind, dass man seinen Vater natürlich nicht belügen sollte.

Aber das hier war vor den zehn Geboten! Ha-ha! Reingefallen!

Jakob sprach zu seinem Vater: Ich bin Esau, dein erstgeborener Sohn 1. Mose 27, 19

Wir reden hier nicht über irgendwelche Neben-Charaktere: Jakob und sein Vater (Isaak) sind zwei der drei sog. „Erzväter“ - idealisierter geht's also nicht!

Erklärung

Der einfache Jäger Esau-Edom1) ist der Stammvater der Edomiter, welche erst im 8 Jahrhundert v.d.Z. einen König und einen nennenswerten Staat hatten. Sie entwickelten sich rasch zu einem ernsthaften Rivalen Judas (wo dieser Text entstanden ist), welches mit dieser Geschichte ihre geistige und kulturelle Überlegenheit belegen wollen.

Wie alle Gebote, gilt auch das „nicht falsch Zeugnis reden“ nur unter Stammesgenossen: Der ganze Sinn des Tanach ist, zu belegen, dass die Juden das von Gott (JHWH) erwählte Volk sind - dass diese Gesetze und Regeln nur für sie gelten, macht sie erst zu etwas besonderem.

Ein "guter" und gerechter Vater

Soll sich das Familienoberhaupt bemühen, gerecht sein? Nach biblischen Maßstäben braucht sich ein Vater um sowas nicht zu scheren - gibt ja auch die besseren Drehbücher.

Israel aber hatte Joseph lieber als alle seine Kinder, darum daß er ihn im Alter gezeugt hatte 1. Mose 37, 3

„Israel“ ist ein Beiname Jakobs - der Mann, der seinen eigenen Vater belogen und seinen Bruder (um dessen Erstgeborenenrecht) betrogen hat und somit aus eigener Erfahrung weiß, wie übel so ein Verhalten für eine Familie ist. Dennoch begünstigt er den arroganten Joseph über alle Maßen.

Selbst nach der ganzen Geschichte um Joseph und seine Brüder, kann Jakob es nicht sein lassen, Zwist zu sähen:2)

Nicht so, mein Vater; dieser ist der Erstgeborene, lege deine rechte Hand auf sein Haupt. Aber sein Vater weigerte sich und sprach: Ich weiß wohl, mein Sohn, ich weiß wohl. Dieser soll auch ein Volk werden und wird groß sein; aber sein jüngerer Bruder wird größer denn er werden, und sein Same wird ein großes Volk werden 1. Mose 48, 18-19

Als Vater ist Jakob somit höchst tadelnswert. Trotzdem macht ihn die Bibel zum Inbegriff des Vorbildes: Er ist einer der drei Erzväter.

Ein "guter" und gerechter Ehemann

Gott JHWH ahnt, dass was im Paradies schiefgelaufen ist und kaum dass er fragt platzt Adam heraus und versucht alles auf Eva zu schieben und übernimmt keinerlei Veranwortung für sein Handeln:

Da sprach Adam: Das Weib, das du mir zugesellt hast, gab mir von von dem Baum, und ich aß 1. Mose 3, 12

Wie steht Prostitution zum abrahamitischen Familienbild?

Prostitution ist in Ordnung...

Red' keinen Unsinn, nicht jeder kann sich Nebenfrau und Sklavinnen leisten! Und vernünftige Preise für Prostitution sind auch vorgesehen.

Da sie nun Juda sah, meinte er, sie wäre eine Hure; denn sie hatte ihr Angesicht verdeckt. Und er machte sich zu ihr am Wege und sprach: Laß mich doch zu dir kommen […] Er sprach: Ich will dir einen Ziegenbock von der Herde senden. 1. Mose 38, 15-16, 17

...für Männer

Und auch NUR für Männer:

Deine Schwiegertochter Thamar hat gehurt; dazu siehe, ist sie von der Hurerei schwanger geworden. Juda spricht: Bringt sie hervor, daß sie verbrannt werde. 1. Mose 38, 24

Wer da Probleme mit der Logik hat, der glaubet nicht genug!

Verboten ist Prostitution aber nur im Vater-Tochter-Verhältnis

Du sollst deine Tochter nicht zur Hurerei halten, daß nicht das Land Hurerei treibe und werde voll Lasters. 3. Mose 19, 29

Monogamie oder Polygamie?

Im Alten Testament ist es eigentlich nie eine Frage: Wer es sich leisten kann, hat mehrere Frauen. Und Mägde - was wohl besser als „Konkubinen“ oder „Sklavinnen“ beschrieben wäre.

  • Lamech hat zwei Frauen (1. Mose 4, 19)
  • Abram hat Sarai (seine Halbschwester)
    • und ihre Magd Hagar (1. Mose 16, 1-4)
    • ungenannte Konkubinen (1. Mose 25, 6)
  • Esau hat Judith und Baschemath (1. Mose 26, 34)
    • und Mahalath (1. Mose 28, 9)
  • Jakob zwei ungenannte Frauen (1. Mose 31, 17)
    • und zwei Konkubinen (1. Mose 32, 22)
  • Gideon hat „viele“ Frauen (Richter 8, 30)
  • Elkanah hat Hannah und Peninnah (1. Samuel 1, 1-2)
  • Solomon hat siebenhundert Frauen (1. Könige 11, 2-3)
  • Ashur hat Helah und Naarah (1. Chronik 4, 5)
  • Rehabeam hat 18 Frauen (2. Chronik 11, 21)
  • Abija hat 14 Frauen (2. Chronik 13, 21)
  • Joas hat zwei Frauen (2. Chronik 24, 3)

Gott gibt darüber hinaus David alle Frauen von Saul:

Da sprach Nathan zu David: Du bist der Mann! So spricht der HERR, der Gott Israels: Ich habe dich zum König gesalbt über Israel und habe dich errettet aus der Hand Sauls, und habe dir deines Herrn Haus gegeben, dazu seine Weiber in deinen Schoß, 2. Samuel 12, 7-8

In den Rechten hebräischer Sklaven gibt es in den Regeln, nach denen man seine Tochter verkauft:!: eine Klausel für den Fall das der Käufer wiederholt eine „Magd“ an den Sohn weiterreicht:

Gibt er ihm aber noch eine andere, so soll er an ihrer Nahrung, Kleidung und Eheschuld nichts abbrechen. 2. Exodus 21, 10

In den Rechten für Erstgeborene gibt es explizit diese Polygamie-Regel

Wenn jemand zwei Weiber hat, … 5. Mose 21, 15

Für den ersten König im gelobten Land gilt - ausnahmeweise - eine Regel zur Beschränkung: Er darf „nicht sehr viele“ Weiber nehmen (Luther mogelt hier):

Er soll auch nicht viele Weiber nehmen, daß sein Herz nicht abgewandt werde

Latein: non habebit uxores plurimas → nicht sehr viele Gattinen nehmen 5. Mose 17, 17

Stirbt der Bruder kinderlos, so tritt die sog. Schwagerehe in Kraft - unmöglich bei Monogamie.

Wenn Brüder beieinander wohnen und einer von ihnen kinderlos stirbt, so soll das Weib des Verstorbenen nicht einen fremden Mann von auswärts nehmen, sondern ihr Schwager soll zu ihr kommen und sie zum Weibe nehmen und die Schwagerpflicht an ihr vollziehen. 5. Mose 25, 5

Andere Ausnahmeregelungen gelten für Bischöfe, die dürfen - wie wir seit 2000 Jahren wissen - nur eine Frau haben:

Es soll aber ein Bischof unsträflich sein, eines Weibes Mann …

Latein: unius uxoris 1. Timotheus 3, 2

wo einer ist untadelig, eines Weibes Mann, Titus 1, 6-7

Und auch das Neue Testament nimmt keinerlei Anstoß an der Vorstellung, dass ein Mann zehn Frauen haben könne:

Dann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen aus, dem Bräutigam entgegen. Matthäus 25, 1

Martialische Familiendisziplin

Körperliche Gewalt gegen Eltern = Todesurteil

„Vater und Mutter ehren“ klingt schön und gut, gern vergessen werden die völlig klaren Regeln für einen Verstoß gegen dieses Gebot:

Wer Vater und Mutter schlägt, der soll des Todes sterben. 2. Mose 21, 15

Verbale Gewalt gegen Eltern = Todesurteil

Selbst wenn man eine klare Linie bzgl. Gewalt für rechtfertigbar hält: Schimpfen und lästern („maledicere“) führt auch zum Tod!

Wer Vater und Mutter flucht, der soll des Todes sterben. 2. Mose 21, 17

Wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, der soll des Todes sterben. Sein Blut sei auf ihm, daß er seinem Vater oder seiner Mutter geflucht hat 3. Mose 20, 9

Ungehorsam = Todesurteil

Aber es braucht für ein Todesurteil nach biblischem Recht nicht einmal eines aktiven Tuns des Sohnes - Ungehorsamkeit reicht völlig aus, um im Namen des Herren gesteinigt zu werden:

Wenn jemand einen eigenwilligen und ungehorsamen Sohn hat, der seines Vaters und seiner Mutter Stimme nicht gehorcht und, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will

[…]

So sollen ihn steinigen alle Leute der Stadt, daß er sterbe, 5. Mose 21, 18 / 21

Ehebruch

Wer die Ehe bricht mit jemandes Weibe, der soll des Todes sterben, beide, Ehebrecher und Ehebrecherin 3. Mose 20, 10

Erstgeborenen-Recht

Aus der völlig unsinnigen Auffassung, dass in dem ersten Kind die „ganze Manneskraft des Vaters“ steckt und jedes weitere Kind schwächer sein müsste entspringt das Erstgeborenen-Recht, welches für die nächsten Jahrtausende Familien zerrütten und und Familiengeschäfte ruinieren wird:

denn dieser ist der Erstling seiner Kraft, und das Recht der Erstgeburt gehört ihm 5. Mose 21, 17

Gott JHWH schützt die Familie?

Wenn Gott JHWH sich an jemand - hier David - rächen will, dann läßt er natürlich die Familie außen vor. Oder? Nein: Gott JHWH lässt Davids Frauen vergewaltigen und zwar von Davids Sohn!

So spricht der HERR: Siehe, ich will Unglück über dich erwecken aus deinem eigenen Hause und will deine Weiber nehmen vor deinen Augen und will sie deinem Nächsten geben, daß er bei deinen Weibern schlafen soll 2. Samuel 12, 11

1)
s. 1. Mose 25, 30
2)
Mitnichten hebt er hier das sog. Erstgeborenen-Recht auf.
biblische_familienwerte.txt · Zuletzt geändert: 2016/12/01 11:36 von hkolbe