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Buchbesprechnung: "Prinzessin Rosamund, die Starke"

Von Karla für gut befundenBilder von Patrick Benson, Text von Martin Waddell.
Bilderbuch mit kurzen Texten.

  • Altersgruppe: empfohlen ab 4 Jahren
  • Vorlesedauer: ca. 20 Minuten

Inhalt

Rosamund, die Starke ist die Tochter eines ziemlich heruntergekommenen Königspaares, das Land und Hof verloren hat, und nun wild-romantisch in einem Wohnwagen mit undichtem Dach haust. Als sich Nachwuchs ankündigt, hoffen die Eltern zunächst auf einen Jungen. Mit einem Mädchen sind sie dann aber auch ganz zufrieden, besteht doch immerhin die Möglichkeit, die eigene Finanzkraft aufzupeppeln, indem man die Tochter zu gegebener Zeit von einer bösen Fee mit einem Fluch belegen und dann von einem reichen Prinzen erretten lässt. Im heiratsfähigen Alter von 17 Jahren ist Rosamund jedoch frei von allen Prinzessinnen-Allüren. Als der Vater den zur Vermählung seiner Tochter gefassten Plan trotzdem in die Tat umsetzen will, vermöbelt Rosamund die böse Fee, die er angeheuert hatte, seine Tochter zu verzaubern. Dann stellt sie klar, dass sie keineswegs bereit ist, mit einem dahergelaufenen Hanswurst ihr Leben zu verbringen, nur weil er sie aus einer misslichen Lage rettet, aus der sie sich selbst am besten befreien kann. Und das alles erst recht nicht, um ihren Eltern die Altersversorgung zu sichern. Daraufhin zieht sie auf eigene Faust mit einem klapprigen Fahrrad los, sich ihren Prinzen zu suchen. Auch von dem hat sie sehr eigene Vorstellungen. So hinterlässt die streitbare Maid eine Spur von erschlagenen Drachen, verkloppten Dämonen und erretteten Prinzen, es dauert aber eine Weile, bis sie einen ihr ebenbürtigen Mann findet, mit dem es sich dann um Liebe auf den ersten Nasenstüber handelt.

Religiöse Relikte

Keine! Was vermutlich in jedem anderen Buch als „Hexe“ bezeichnet wäre, heißt hier „böse Fee“ - bis auf die letzte Seite, wo vermutlich eher unabsichtlich die Fee zur Hexe wird.

Fazit

Die Geschichte ist zwar bereits 1986 erschienen, aber das Thema der Emanzipation und der Befreiung von Klischees ist in den Zeiten von Prinzessin Lillifee hochaktuell und wichtig. Die Zeichnungen sind detailreich und liebevoll gestaltet, und Rosamund wirkt trotz ihrer Durchsetzungskraft sehr sympathisch und liebenswert. So frisch und unkonventionell wünsche ich mir Kinderbücher.

Das Buch eignet sich auch schon zum Vorlesen für Kinder ab 3 Jahren, da es auf den Zeichnungen viel zu entdecken gibt und die Sprache zum Teil sehr phantasievoll-witzig ist. So heißt es, wenn die böse Fee ihre Verwünschung aussprechen will: „Peng! Prinzessin Rosamund kartöffelte ihr eine, dass der bösen Fee nicht nur die Flöhe aus dem Kleid hopsten, sondern auch das Gebiss und Brille verloren gingen.“

buch/prinzessin_rosamund_die_starke.txt · Zuletzt geändert: 2011/04/12 10:39 von hkolbe