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Der König der Löwen

Kein königliches Amusement

  • Erscheinungsjahr: 1994
  • Länge: 88 Minuten
  • Altersfreigabe: FSK 0

Machen wir es kurz: Der Film ist, ungeachtet des Hypes, einfach nur schlecht. Die Figuren sind größtenteils flach, die Handlung ist dünn bis fadenscheinig und mangelnde Emotionen werden durch Pathos ersetzt. Und die deutsche Musik ist erbärmlich gestümpert. Technisch liegt der Film zudem noch hinter dem „Dschungelbuch“ von 1967 zurück - in jeder anderen Hinsicht auch.

Der Anfang ist noch vielversprechend, doch schon bald merk man, dass der besungene „Kreis des Lebens“ nur ein Plattitüde ist, Staffage, ein Ethno-Deko-Element, denn es geht um die Pflichten eines Königs und das war's dann auch. Eine ebenso grausame, wie dumpfe und dann letztlich alberne Todesszene musste auch noch mit hinein - der Tod im reissenden Fluss wurde durch den lokal-kolorierten „Tod durch reissenden Gnu-Fluss“ ersetzt. Das muss der kleine König in spe mit ansehen und durchleiden - die kleinen Zuschauer auch. Nicht gut.

Die Leiden des Kleinen werden ausgewalzt und der Film suhlt sich drin - die Gewissenskonflikte werden nicht erörtert, sondern nach einem pathetischen Wolkengott-Auftritt des verstorbenen Vaters einfach weggewischt. So einfach geht das „Gott Vater es so!“ und auf in den Kampf.

Natürlich sind die edlen Guten ganz und gar nicht wie ihre tierischen Vorlagen, mehr als eine Made tötet Jung-Siegfried-Simba nicht und gegessen wird natürlich nur hinter der Kamera. Die Bösen müssen sich schön brav gegenseitig töten und werden wie eh und je christlich-teuflisch dargestellt - schön schwarz-weiß, wie die Welt der Macher nun mal ist.

Einziger Lichtblick und eigentlich aus dem Film fallend sind die, mit einer eigenen Serie dafür belohnten, Timon und Pumba. Neben ihrer „Hakuna Matata“-Philosophie, die der Prinz natürlich aufgeben muss, als die Pflicht ruft, haben sie etwas, was Figuren aus dem Disney-Universum mittlerweile anhabenden gekommen ist: Charakter und Authentizität. Oh, und Witz. „Menschlichkeit“ hab' ich vergessen…

Unsere Empfehlung

Gar nicht gut Eine schlichte, schlechte und grausame Geschichte, billiger Pathos, lausige deutsche Texte und gemalt wie vor 50 Jahren - aus dieser Zeit scheint auch die ethisch fragwürdige Handlung zu stammen. Finger weg davon!

film/der_koenig_der_loewen.txt · Zuletzt geändert: 2012/12/25 14:46 von hkolbe