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Inkonsistenzen in Deuteronomium (5. Buch Mose)

Der Liebesbefehl

Wenn man jemanden schon befehlen muss „zu lieben“…

Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit aller deiner Kraft! 5. Mose 6, 5

…dann muss „barmherzig“ schon zur Titel-Formel gehören. Sagt „Hallo“ zu Gott JHWH!

Wider die menschliche Natur

Natürlich kann man niemanden zwingen, zu lieben - nur in der Vorstellung von größenwahnsinnigen Despoten und Psychopathen ist sowas möglich.

Eifer? Eifersucht!

Ältere Bibelübersetzungen verbrämen den Wahnsinn JHWHs gern als „Eifer“ → Gott JHWH ist ein eifersüchtiger Gott

Wie viele Menschen lebten in Kanaan vor dem Überfall

In seinem Befehl zum vielfachen Völkermord macht Gott JHWH Angaben über die Größe dieser Völker:

Wenn dich der HERR, dein Gott, in das Land bringt, darein du kommen wirst, es einzunehmen, und ausgerottet viele Völker vor dir her, die Hethiter, Girgasiter, Amoriter, Kanaaniter, Pheresiter, Heviter und Jebusiter, sieben Völker, die größer und stärker sind denn du 5. Mose 7, 1

Im 2. Buch Mose finden wir Angaben zur israelitischen Bevölkerungs-Explosion in Ägypten, anhand derer wir von ca. 2,5 Millionen Israeliten ausgehen müssten. Sieben Völker, die zahlreicher sind - selbst bei vorsichtiger Schätzung müssten ca. 20 Millionen Menschen in Kanaan wohnen: Doppelt so viele heute!

Es gibt Riesen in Kanaan - sie haben die Sintflut überlebt!

Tue keinen Schaden und bekriege sie nicht!

Wenn Gott JHWH schon sowas ankündigt:

Da sprach der HERR zu mir: Du sollst den Moabitern nicht Schaden tun noch sie bekriegen; denn ich will dir ihres Landes nichts zu besitzen geben; denn ich habe Ar den Kindern Lot zu besitzen gegeben.

[…]

und wirst nahe kommen gegen die Kinder Ammon. Denen sollst du nicht Schaden tun noch sie bekriegen; denn ich will dir des Landes der Kinder Ammon nichts zu besitzen geben; denn ich habe es den Kindern Lot zu besitzen gegeben. 5. Mose 2, 9 /

Dann kann man sich einer Sache sicher sein: Gott JHWH wird sein Wort brechen. Und Knochen, die auch. Immer. Gerne. Moabiter:

und sprach zu ihnen: Jagt mir nach; denn der HERR hat euch die Moabiter, eure Feinde, in eure Hände gegeben! Und sie jagten ihm nach und gewannen die Furten am Jordan, die gen Moab gehen, und ließen niemand hinüber und schlugen die Moabiter zu der Zeit, bei zehntausend Mann, allzumal die besten und streitbare Männer, daß nicht einer entrann. Richter 3, 28-29

Gott JHWH spricht durch seinen Propheten1) Jeremias hinsichtlich der Moabiter die denkwürdigen Worte:

Der Trotz Moabs ist aus, den sie an Hesbon hatten; denn man gedenkt Böses wider sie: „Kommt, wir wollen sie ausrotten, daß sie kein Volk mehr seien.Jeremias 48, 2

Und genauso bei den Ammonitern:

Also zog Jephthah auf die Kinder Ammon, wider sie zu streiten. Und der HERR gab sie in seine Hände. Und er schlug sie von Aroer an, bis wo man kommt gen Minnith, zwanzig Städte, und bis an den Plan der Weinberge, eine sehr große Schlacht. Richter 11, 32-33

Darum siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß ich will ein Kriegsgeschrei erschallen lassen über Rabba der Kinder Ammon, daß sie soll auf einem Haufen wüst liegen und ihre Töchter mit Feuer angesteckt werden Jeremias 49, 2

Du bist mein Feind, ob du willst oder nicht: Verstockte Herzen fortgesetzt

Um Massaker besonders effektiv und dramatisch zu machen, greift Gott JHWH gerne auf den Trick mit den „verstockten Herzen“ zurück (s.a.: Verstockte Herzen - wer trägt hier Schuld?) - auch hier bei Sihon, König der Amoriter:

Aber Sihon, der König zu Hesbon, wollte uns nicht durch sein Land ziehen lassen; denn der HERR, dein Gott, hatte seinen Geist hartnäckig gemacht und sein Herz verbittert, daß er ihn in deine Hand gebe, wie es heute der Fall ist. 5. Mose 2, 30

Was, wie gewohnt, in massenhaften Morden endet, siehe: Völkermord im Namen des Herrn an den Amoritern, Teil 1: Hesbon

Das Fälschungsverbot

Dieses Gebot muss natürlich pro forma gegeben werden, doch zum einen steht es an seltsam abseitiger Stelle und zum anderen ist selbst den Autoren dieser Zeilen nur allzu bekannt, wie diese Texte entstanden sind: aus ständigem hinzutun und davontun! Das Alte Testament ist ein Fälscherparadies2).

Ihr sollt nichts hinzutun zu dem Worte, das ich euch gebiete, und sollt auch nichts davontun, damit ihr die Gebote des HERRN, eures Gottes, haltet, die ich euch gebiete. 5. Mose 4, 2

Alles, was ich euch gebiete, das sollt ihr halten, daß ihr darnach tut. Ihr sollt nichts dazutun noch davontun. 5. Mose 13, 1

Und: Haltet euch an diese Gebote!

Warum steinigen wir aber dann heute nicht mehr die Leute, die z.B. Mischfaser-Stoffe tragen?

es soll kein Kleid auf deinen Leib kommen, das von zweierlei Garn gewoben ist. 3. Mose 19, 19

Siehe auch: Biblische Gesetze, an die sich niemand mehr hält

Gottes Auserwählte werden niemals krank

Starkes Versprechen:

Der HERR wird alle Krankheiten von dir tun und wird keine von den bösen Seuchen der Ägypter, die du gesehen hast, auf dich legen 5. Mose 7, 15

Aber da man es Gott JHWH nie recht machen kann, wird er einen guten Grund haben, dich krank sein zu lassen!

In 40 Jahren Wüstenwanderung kein Fußweh

Gott JHWH empfiehlt sich als Outdoor-Gott, 40 Jahre durch die Wüste und die Klamotten in Top-Zustand, kein Fuß-Weh, Dank Jahweh!

Deine Kleider sind nicht zerlumpt an dir, und deine Füße sind nicht geschwollen diese vierzig Jahre lang 5. Mose 8, 43)

40 Tage ohne Wasser und Nahrung?

Ein solche Behauptung macht nur jemand, der sich um die Überprüfbarkeit keine Gedanken machen muss - sprich: die Schreiber Fälscher des Alten Testamentes.

als ich auf den Berg gegangen war, die steinernen Tafeln zu empfangen, die Tafeln des Bundes, den der HERR mit euch machte, da blieb ich vierzig Tage und vierzig Nächte lang auf dem Berge und aß kein Brot und trank kein Wasser. 5. Mose 9, 9

Gott aller Götter?

Liebt die Fremdlinge! ...die wir noch nicht ermordet haben

Gern zitiert, aber angesichts der zahllosen Völkermorde im Namen des Herren nur wenig glaubwürdig.

Und auch ihr sollt die Fremdlinge lieben, denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland 5. Mose 10, 19

Esst keine Schweine!

Wie schon in 3. Mose 11, 7 wird hier ganz klar gestellt, dass Kinder des Herrn kein Schwein essen dürfen.

das Schwein, ob es wohl die Klauen spaltet, so wiederkäut es doch nicht: es soll euch unrein sein. Ihr Fleisch sollt ihr nicht essen, 5. Mose 14 , 8

Da hat Gott JHWH klar den Kürzeren gezogen - Schweine sind einfach so lecker, da kann Gott JHWH so viel fluchen und verdammen, wie er will.

Fordert die Bibel Monogamie?

Während lange Zeit Luthers gemogelte Übersetzung als maßgebend galt:

Er soll auch nicht viele Weiber nehmen, damit sein Herz nicht auf Abwege gerate 5. Mose 17, 17 - Luther

Wird heute „non habebit uxores plurimas“ korrekt übersetzt4):

Er soll sich auch keine große Zahl von Frauen nehmen, damit sein Sinn nicht vom rechten Weg abweicht. 5. Mose 17, 17 - Einheitsübersetzung

Von einer Forderung oder gar einem Gebot der Monogamie kann hier keine Rede sein, was auch schon das Schutzziel (Ablenkung) verrät: Mann darf nur nicht „zu viele“ Frauen haben, dass man Gott JHWH vergisst.

Propheten vs. Wahrsager

Während Wahrsager generell verboten und des Todes sind, sind Propheten natürlich etwas ganz anderes! Wenn sie keine falschen Propheten sind, denn die müssen auch sterben - und woran erkennt man einen falschen Propheten? Ganz klar: Seine Prophezeiungen Wahrsagungen treffen nicht ein:

Doch ein Prophet, der sich anmaßt, in meinem Namen ein Wort zu verkünden, dessen Verkündigung ich ihm nicht aufgetragen habe, oder der im Namen anderer Götter spricht, ein solcher Prophet soll sterben.

Und wenn du denkst: Woran können wir ein Wort erkennen, das der Herr nicht gesprochen hat?, dann sollst du wissen: Wenn ein Prophet im Namen des Herrn spricht und sein Wort sich nicht erfüllt und nicht eintrifft, dann ist es ein Wort, das nicht der Herr gesprochen hat. 5. Mose 18, 20-22

Und da Gott JHWH sich im Traum seinen Propheten offenbart, sind „wahre Propheten“ also die Leute, deren geträumten Ahnungen5) mit der Realität nicht allzu sehr in Konflikt kamen: Vom Wesen her ist das nicht von irgendeiner anderen Form der Wahrsagung zu unterscheiden.

Erklärung

Es ist bei der Erstellung des AT vollkommen üblich gewesen, Propheten, die einem genehme Ansichten vertraten, dadurch aufzuwerten, dass man ihnen Prophezeiungen in den Mund legte, die mit Tagesaktuellem koninzidierten. Das mag zeitnah beeindruckend gewesen sein (für hinreichend leichtgläubige Menschen), aber im Rückblick, mit den Möglichkeiten der heutigen Geschichtsforschung, werden die Betrügereien und ihren Intentionen offenbar.

Eunuchen und Gott JHWH

Dem Gebot des AT…

Es soll kein Zerstoßener noch Verschnittener in die Gemeinde des HERRN kommen. 5. Mose 23, 1

…wird im NT klar widersprochen:

Denn es sind etliche verschnitten, die sind aus Mutterleibe also geboren; und sind etliche verschnitten, die von Menschen verschnitten sind; und sind etliche verschnitten, die sich selbst verschnitten haben um des Himmelreiches willen. Wer es fassen kann, der fasse es! Matthäus, 19, 12 - Luther 1912

siehe →Penis abschneiden

Keine Ammoniter und Moabiter in der Gemeinde des Herrn

Eine besondere Abscheu hat Gott JHWH gegen die Inzest-Kinder von Lot und seinen Töchtern:

Die Ammoniter und Moabiter sollen nicht in die Gemeinde des HERRN kommen, auch nach dem zehnten Glied; sondern sie sollen nimmermehr hineinkommen 5. Mose 23, 4

Völlig vergessen - bzw. noch nicht geschrieben - war die Geschichte von König David, dessen Großvater war zur Hälfte Moabiter:

Die nahmen moabitische Weiber; eine hieß Orpa, die andere Ruth. Rut 1, 4

Also nahm Boas die Ruth, daß sie sein Weib ward. Und da er zu ihr einging, gab ihr der HERR, daß sie schwanger ward und gebar einen Sohn. Da sprachen die Weiber zu Naemi: Gelobt sei der HERR, der dir nicht hat lassen abgehen einen Erben zu dieser Zeit, daß sein Name in Israel bliebe. Der wir dich erquicken und dein Alter versorgen. Denn deine Schwiegertochter, die dich geliebt hat, hat ihn geboren, welche dir besser ist als sieben Söhne. 16 Und Naemi nahm das Kind und legte es auf ihren Schoß und ward seine Wärterin. Und ihre Nachbarinnen gaben ihm einen Namen und sprachen: Naemi ist ein Kind geboren; und hießen ihn Obed. Der ist der Vater Isais, welcher ist Davids Vater. Rut 4, 13-17

Sprach die Bibel: Nimmermehr! m(

Wen Gott JHWH zu deinem Bruder macht...

Der aufmerksame Leser ist vorgewarnt, was Brüder zum einen, was Gott JHWHs Versprechen und Verheißungen wert sind:

Den Edomiter sollst du nicht verabscheuen, denn er ist dein Bruder 5. Mose 23, 8

Und so geschieht es denen, die Gott JHWH zu den Brüdern seines auserwählten Volkes ernannt hat:

3: Und er tat, was dem HERRN wohl gefiel

7: Er schlug auch die Edomiter im Salztal zehntausend und gewann die Stadt Sela mit Streit und hieß sie Joktheel bis auf diesen Tag. 2. Könige 14, 3+7

darum spricht der Herr, HERR also: Ich will meine Hand ausstrecken über Edom und will ausrotten von ihm Menschen und Vieh und will es wüst machen von Theman bis gen Dedan und durchs Schwert fällen; 14 und will mich an Edom rächen durch mein Volk Israel, und sie sollen mit Edom umgehen nach meinem Zorn und Grimm, daß sie meine Rache erfahren sollen, spricht der Herr, HERR. Hesekiel 25, 13-14

Das komplette Buch des Propheten Obadja handelt vom „Gottes Strafgericht über die Edomiter“.

So spricht Gott, der HERR, über Edom: Wir haben eine Botschaft vernommen vom HERRN, und ein Bote wurde damit an die Völker entsandt: Auf! lasset uns aufbrechen wider sie zum Krieg!

Und deine Starken sollen den Mut verlieren, damit bei dem Gemetzel auf dem Gebirge Esau jedermann ausgerottet werde. Obadja 1 / 9

Wie war das nochmal mit der Sippenhaftung?

Was hier recht und billig klingt, wird im Rest der Bibel klar und deutlich wiedersprochen, siehe →Sippenhaftung

Die Väter sollen nicht für die Kinder und die Kinder nicht für die Väter sterben, sondern ein jeder soll für seine Sünde sterben. 5. Mose 24, 16

Warmherzige Gleichnisse

Da sitzt der Priester und ergänzt seine heilige Schrift und muss dann was warmherzige über seinen Gott schreiben - und kann sich partout nicht erinnern wie das geht und hat nur noch eine vage Erinnerung an die Welt da draußen… Adler tragen ihre Kleinen doch auf dem Rücken, oder?

wie ein Adler seine Nestbrut aufstört, über seinen Jungen schwebt, seine Flügel ausbreitet, sie aufnimmt und auf seinen Schwingen trägt. 5. Mose 32, 11,

Drachen? Sagte er "Drachen"?

Ihr Wein ist Drachengeifer 5. Mose 32, 33

Ja, er sagte Drachen, griechisch: „δρακόντων

3)
auch: 5. Mose 29, 4
4)
plurimus = „der meiste, sehr viel“
5)
bzw. deren hinreichend vage Ausformulierung
inkonsistenzen_in_deuteronomium_5._buch_mose.txt · Zuletzt geändert: 2016/03/16 22:22 von hkolbe